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Am Beethovengang Nahid Bagheri – Goldschmied Weingärten rechts und links, zahlreich und vor der Reife die Weinstöcke. Dazwischen der Duft der Erinnerung. Wie mein Schatten hinter mir: Beethoven. Er rennt dahin, ohne den emsigen Takt meiner Schritte zu hören. Der wind küsst dem Meister die Hände, fordert ihn auf, ein paar unruhige Töne auf den Saiten meiner Haare zu spielen: Meine Schicksalsmelodie. Glatt wie eine Wasseroberfläche die Stadt vor mir. Glatt die graue Wolkendecke über meinem Kopf. Unter meinen Füßen der weiche Weg voll verlockender Erde. Zum Luftholen stehen bleiben. Der Schatten verharrt mit mir. Den Kopf neigen. Der Schatten ebenso. Die vereinigten Finger betasten sanft die Erde, fassen eine Handvoll, riechen daran: sie duftet wie nach dem Regen. Ich fragte mich: Riecht die Erde nicht wie in einem Gefängnishof? Spielt der Wind schon die „Leonoren-Ouvertüre“? Der Schatten hört mich doch nicht, aber auch er küsst die Erde, wie zu meiner Bestätigung. Zärtlich zupft der Wind in meinem Haar herum, es scheint, als würde Beethoven die Melodie meines Schicksals schon wieder ganz anders Komponieren. Wien, 2005 |